{"id":414,"date":"2013-10-01T04:22:14","date_gmt":"2013-10-01T04:22:14","guid":{"rendered":"http:\/\/radioplayers.de\/?p=414"},"modified":"2013-10-07T17:19:00","modified_gmt":"2013-10-07T15:19:00","slug":"2007-%e2%80%a2%c2%a0die-vermessung-der-welt-2-teile-a-90-min","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/radioplayers.de\/?p=414","title":{"rendered":"2007 \u2022\u00a0Die Vermessung der Welt (2 Teile \u00e0 90 min)"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>(148-149)<\/strong><\/span> AUTOR: Daniel Kehlmann \u2022 PRODUKTION: NDR, 2007 \u2022 L\u00c4NGE: 1. Teil ~ 83\u00a0min | 2.Teil ~ 88\u00a0min\u00a0\u2022 SPRECHER: Michael Rotschopf, Jens Wawrczek, Udo Schenk, Patrick G\u00fcldenberg u.v.a.m. \u2022 KOMPOSITION: Claudio Puntin \u2022 Musik: Sepiasonic BEARBEITUNG &amp; REGIE: Alexander Schuhmacher \u2022 CD-RELEASE: Deutsche Grammophon (3CD) \u2022<\/p>\n<p><strong>\u2022 EBENB\u00dcRTIG<\/strong><\/p>\n<p>\u201aInhaltliche F\u00fclle und stilistische Bravour (&#8230;) k\u00f6nnen nicht (dar\u00fcber) hinwegt\u00e4uschen: Es ist eine einpr\u00e4gsame, erfundene Anekdote. Mehr nicht.\u201c So bilanzierte Hubert winkels in der ZEIT seine Lob und Tadel klug abw\u00e4gende Kritik zu Daniel Kehlmanns Bestseller \u201eDie Vermessung der Welt\u201c (2005). Der Kritiker attestiert dem Autor aber unzutreffend eine \u201eDoppelbiografie in Romanform\u201c. Tats\u00e4chlich entwirft das episodisch strukturierte Erz\u00e4hlen ein doppelportrait zweier Wissenschaftler, die auf ihre spezifische Art Abenteurer waren: des Empirikers und Forschungsreisenden Alexander von Humboldt, und de Theoretikers, Matematikers und Astronomen Carl Friedrich Gau\u00df. Forscherdrang und Abenteuerlust f\u00fchrten Humboldt nach Mittel- und S\u00fcdamerika, Gau\u00df explizierte seine Theorien daheim in G\u00f6ttingen im Kopf, und der Roman Stellt am Schluss den Protagonisten und den Lesern die Frage: \u201eWer ist weiter herumgekommen und wer ist immer zuhause geblieben?\u201c. Die Antwort auf die pointierte Frage\u00a0 \u201eWas bleibt au\u00dfer Den epochalen Endeckungen der zwei Weltvermesser?\u201c bleibt offen, doch das Interesse f\u00fcr die beiden faszinierenden Gelehrtenpers\u00f6nlichkeiten ist geweckt.<\/p>\n<p>Der Erfolg des Romans mag die Begehrlichkeit der NDR-H\u00f6rspieldramaturgie befl\u00fcgelt haben, aber allein schon die Kontrastierung der Abenteuer Humboldts mit den mathematisch-experimentellen Abenteuern in Gau\u00df\u2019 Kopf bietet viele Reize f\u00fcr eine h\u00f6rspielgenuine Darstellung: akustische R\u00e4ume bebildern das Kino im Kopf; dialoge und Innere Monologe bieten M\u00f6glichkeiten simultaner Raffung und Pointierung, Personen werden durch ihre Sprecher charakterisiert. Alexander Schuhmacher, der Bearbeiter und Regisseur in Personalunion, installiert im H\u00f6rspiel \u201enach dem Roman\u201c plausibel zwei Erz\u00e4hler: Humboldts langj\u00e4hrigen Expeditionsgef\u00e4hrten Bonpland und Gau\u00df Sohn Eugen, die sich in Teneriffa zuf\u00e4llig begegnen und ihre Erfahrungen austauschen, die sie mit Den bedeutenden forschern gemacht haben. Sie Erz\u00e4hlen die Geschichte aus ihrer Sicht, bieten Hintergrundinformationen, leiten zu den in R\u00fcckblenden gespielten Episoden \u00fcber und reflektieren \u00fcber die unterschiedlichen Obsessionen der beiden Forscher. Dabei gelingt dem Berbeiter das Kunstst\u00fcck, den ohne w\u00f6rtliche Rede geschriebenen Roman in dialoge zu \u00fcbersetzen, die wie \u201aauthentisch Kehlmann\u2019 klingen. Und das H\u00f6rspiel wartet mit brillanten Inszenierungseinf\u00e4llen auf, etwa beim Kurzbesuch von Gau\u00df beim senilen Kant, der nicht viel mehr als \u201eWurst\u201c stammelt, oder dem bei der Kopulation mathematische Formeln entwerfenden Gau\u00df.<\/p>\n<p>Jens Wawrczek als Bonplan ist der Primus inter pares der mehr als 50 Sprecher, Udo Schenk als Gau\u00df und Michael Rotschopf als Humboldt entwerfen differenzierte Portraitstudien, und mit Dietmar Mues, Traugott Buhre und Werner Rehm \u2013 um nur einige Namen zu nennen \u2013 sind auch die kleinsten Rollen opulent besetzt. In rund 170 Minuten H\u00f6rspielzeit hat Schuhmacher sehr viel vom Inhalt des 304-Seiten-romans ztansportiert (\u00fcber ausgespartes liefe sich trefflich Streiten), er hat im fokusdes Doppelportraits interessante und aussagekr\u00e4ftige Episoden ausgew\u00e4hlt und in immer sofort identifizierbaren akustischen Kulissen inszeniert. Die eher illustrativ-dekorative Musikkomposition Claudio Puntins komplettiert diese H\u00f6rspielrealisation, die h\u00f6chste Unterhaltungsbed\u00fcrfnisse erf\u00fcllt, viel wissenswertes bietet und in diesen Dimensionen der Romanvorlage ebenb\u00fcrtig ist.<\/p>\n<p>Quelle: 21.12.2007 \u2013 Norbert Schachtsiek-Freitag\/FunkKorrespondenz<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(148-149) AUTOR: Daniel Kehlmann \u2022 PRODUKTION: NDR, 2007 \u2022 L\u00c4NGE: 1. 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